Klettern und Bergsteigen: warum der Schutz oft ins Leere läuft
Am Fels gilt der gleiche Irrtum wie auf dem Gletscher: Die meisten gehen davon aus, dass im Ernstfall schon jemand zahlt.
Ein Kreuzbandriss ist im Sport Alltag. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird er trotzdem zur Hürde, weil er in den Gesundheitsfragen auftaucht und Versicherer das Knie als Dauerrisiko lesen. Mit der richtigen Reihenfolge ist deutlich mehr möglich, als die meisten denken.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Der Versicherer kalkuliert also, wie wahrscheinlich das bei dir ist. Jede Vorerkrankung, die zu einem Dauerschaden führen kann, geht in diese Rechnung ein.
Beim vorderen Kreuzband ist die Sorge nicht der Riss selbst, sondern was danach kommen kann: eine beginnende Arthrose, eine Instabilität, eine zweite Operation. Bei körperlich arbeitenden Berufen wiegt das schwerer als am Schreibtisch. Ein Dachdecker mit Kreuzbandriss wird anders bewertet als eine Steuerfachangestellte mit derselben Vorgeschichte.
Verschweigen ist keine Option. Die Gesundheitsfragen fragen üblicherweise die letzten fünf Jahre ambulant und zehn Jahre stationär ab. Wer eine Operation nicht angibt, riskiert im Leistungsfall den Rücktritt des Versicherers, und zwar genau dann, wenn das Geld gebraucht wird. Es gibt vier realistische Ergebnisse:
Ein Ausschluss für ein Knie ist kein Beinbruch. Die mit Abstand häufigsten Leistungsfälle kommen aus ganz anderen Richtungen.
Mikel Wilder, VersicherungsmaklerViele brechen den Antrag ab, sobald das Wort Ausschluss fällt. Dabei lohnt ein Blick auf die Statistik: Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, Erkrankungen des Skeletts und Bindegewebes insgesamt, Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein einzelnes Kniegelenk ist nur ein kleiner Ausschnitt davon.
Anders gesagt: Mit Knieausschluss bist du für den Großteil der realistischen Szenarien weiterhin abgesichert. Ohne Vertrag bist du es für keines.
Der häufigste und teuerste Fehler ist der direkte Antrag bei einer Gesellschaft. Jede Ablehnung und jede Zurückstellung landet im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft und wird bei späteren Anträgen bei anderen Gesellschaften sichtbar. Eine einzige vorschnelle Anfrage kann die Konditionen auf Jahre verschlechtern.
Richtig ist der umgekehrte Weg. Zuerst werden die vollständigen Unterlagen zusammengetragen, also OP-Bericht, Entlassungsbrief und der letzte Befund. Dann geht eine anonymisierte Risikovoranfrage ohne Namen an mehrere Versicherer gleichzeitig. Deren Rückmeldungen sind unverbindlich, werden nirgends gespeichert und zeigen schwarz auf weiß, wer dich zu welchen Bedingungen nimmt. Erst danach wird genau dort ein Antrag gestellt, wo das Ergebnis am besten ist.
Direkt nach der OP wird in aller Regel zurückgestellt. Das ist kein Nein, sondern ein Später. Sinnvoll ist dann, die Rehabilitation sauber abzuschließen, alle Befunde zu sammeln und nach Abschluss der Heilung erneut anzufragen. Wer in der Zwischenzeit schon einen Grundschutz braucht, kann über eine Unfallversicherung oder eine Grundfähigkeitsversicherung nachdenken, die andere Annahmekriterien haben.
In der Regel nein. Die meisten Anträge fragen ambulante Behandlungen der letzten fünf Jahre und stationäre Aufenthalte der letzten zehn Jahre ab. Entscheidend ist aber immer der konkrete Fragetext im Antrag, nicht die Faustregel. Lies ihn genau und beantworte ihn vollständig.
Manche Versicherer prüfen eine Nachbewertung, wenn über mehrere Jahre keine Behandlung des Gelenks mehr stattgefunden hat. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht, deshalb sollte der Vertrag auch mit Ausschluss für sich genommen sinnvoll sein.
Nichts. Sie wird über einen Makler gestellt, läuft ohne deinen Namen und hinterlässt keinen Eintrag in irgendeinem System. Du kannst sie beliebig oft stellen, ohne deine Chancen zu verschlechtern.
Nein. Die Unfallversicherung zahlt nur nach Unfällen, und die sind für weniger als zehn Prozent aller Berufsunfähigkeiten verantwortlich. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz.
Am Fels gilt der gleiche Irrtum wie auf dem Gletscher: Die meisten gehen davon aus, dass im Ernstfall schon jemand zahlt.
Im Football sind Schulter, Knie und Zähne die Dauerbaustellen.
Nach einer Verletzung im Wettkampf stellt sich schnell heraus, dass niemand so recht zuständig ist.
Ein kurzes Gespräch bringt oft mehr als drei Stunden Recherche. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, vor Ort rund um Velpke und Wolfsburg oder per Video.